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Gedenkstein zwischen Lübben und Lubolz

Am 12. September 1920, wurde im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten des Lübbener Kreises dieser kleine Gedenkstein eingeweiht. Er erinnert noch heute an die Ermordung des Gendarmerie-Anwärters
Fritz Gallaun aus Steinkirchen. Gallaun wurde auf dem Rückweg von Lubolz, als er den bereits wegen verschiedener Diebstahlsdelikte verhafteten und gebundenen Monteur Max Drewniock nach Lübben führte,  an dieser Stelle von ihm erschossen. Woher Drewniock die Tatwaffe hatte blieb ungeklärt. Nach der Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus wurde dieses Urteil später zur Todesstrafe umgewandelt. Als Vertreter des Landrates hielt der Kreissekretär Jahn eine ergreifende Rede und der Gesangsverein Concordia, dessen Mitglied Gallaun war, trug zwei Lieder vor und schmückte den Stein mit einem Kranz. Neben der Witwe, die aus dem fernen Wismar angereist war, ehrten auch zahlreiche Verwandte und Landjäger das Andenken des Ermordeten.

Quellen: 1. Rolf Ebert "Zur Geschichte der Stadt Lübben (Spreewald)", Heimat Verl. Lübben 2003
                2. Lübbener Kreisblatt Nr. 102 vom 28.08.1920
                3. ebenda Nr. 109 vom 14.09.1920

 

 

 

Eine meiner in der Sammlung zu sehenden AK, weist auf ein Ereignis des Jahres 1911 hin ⇒

Im Lübbener Kreiskalender von 1913 finden wir auf Seite 115 dazu folgende Mitteilung:

"Von einem erschütternden Ereignis wurde der Besitzer der großen Amtsmühle in Lübben am 25.Dezember 1911, nachmittags gegen 4 Uhr betroffen. Der östliche Giebel und ein Teil seines noch fast neuen, großen, dreistöckigen Mühlengebäudes stürzte plötzlich infolge Unterspülens des Fundamentes, mit krachendem Getöse in sich zusammen, große Mengen Mehles und Maschinen mit sich ins Wasser reißend und die daneben stehende Oelmühle gleichfalls arg mit zerstörend. Der Besitzer befand sich mit seiner Familie außerhalb seines Anwesens. Die schleunugst alamierte Feuerwehr konnte weiter nicht tun als das Grundstück gehörig absperren. Die hinunterfallenden Mehlsäcke verbreiteten große dichte Staubwolken. Man glaubte im ersten Augenblick, daß man es mit einem Großfeuer zu tun hätte. Wahre Völkerscharen wanderten tags darauf zu dieser Stätte hin. Mit den Aufräumungsarbeiten wurde bald begonnen. An Stelle des eingestürzten Teils der Mühle wird ein umfangreicher Erweiterungsbau, welcher infolge des schlechten Baugrundes den Bauleitern viel Kopfzerbrechen verursacht, entstehen und mit einer den neuesten Erfahrungen entsprechenden Mühleneinrichtung versehen werden."

Besitzer waren zu dieser Zeit die Brüder Großkopf

 

 

 

Lübben wurde nicht nur als beliebter Ausflugsort durch seine Lage zwischen Unter- und Oberspreewald bekannt, sondern auch durch das in der Stadt stationierte Brandenburgische Jäger-Bataillons Nr. 3.

Die Geschichte desselben reicht bis ins Jahr 1815 zurück. Zu dieser Zeit wurde das 2. Magdeburgische Jäger-Bataillon gegründet, das 1818 Halle a. d. S. als erste Friedensgarnison erhielt. 1821 wurde dieses Bataillon in eine 3. und 4. Jägerabteilung aufgeteilt. Die 3. Abteilung verblieb in Halle, während die 4. nach Grünberg i. Schlesien verlegt wurde.
Am 28. September 1827 wurde die Garnison der 3. Jäger-Abteilung nach Lübben verlegt.(1)


01.04.1883      In der Nähe des Lübbener Hauptbahnhofs wird die erste Kaserne der Stadt vom              Brandenburgischen Jäger-Bataillon Nr. 3 bezogen. Die Einweihung findet am 4. April 1883 statt. Die Entwürfe für den Hauptbau stammen vom   Intendantur- und Baurat Schoenhals, die Nebenanlagen sind nach Plänen des Regierungsbaumeisters Mühlke ausgeführt worden. Das Bauland für die Kaserne stellte die Stadtverwaltung unentgeltlich zur Verfügung. Durch die Fertigstellung der Kaserne werden die 56 Jahre innegehabten sogenannten „Jägerkammern“ in den Lübbener Stadtwohnungen geräumt.(2)

 

Quellen:                 (1)            Erinnerungsblätter deutscher Regimenter
                                            Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3, S. 9
                                            Verlag: Gerhard Stalling Oldenburg i. O. / Berlin 1922

                            (2)            Rolf Ebert: Zur Geschichte der Stadt Lübben (Spreewald), 
                                            Chronologischer Abriss, S. 221

                                             „Rückblick auf die Jägertage 1923, Lübben 1923, S. 1